7.Aug
2009

Von Feinden und Kameras

Hauspost
Ich mag Michael Mann. Wenn nicht schon mit Heat hat er mich mit Miami Vice überzeugt. Ja – Miami Vice der Film. Ich hatte damals nichts erwartet, als ich ins Kino ging und bekam solide Verzweiflung mit tropischer Hitze und Action serviert – mehr kann man doch wirklich nicht verlangen. Bis auf diese Eine Sache, die mir damals auffiel. Dieser Video-Look bei einigen Nachtszenen. Ich hab das damals akzeptiert, der Look passte irgendwie auf eine 2000er-Adaption eines ’80er-Stoffes, des Jahrzehnts des Musikvideos. Von daher irgendwie verständlich, dass Mann die Sony F-23 Cinealta als Kamera seiner Wahl für diese Szenen auserkor. Und jetzt schau ich mir den Trailer für Mann’s neuestes Machwerk – Public Enemies – an… und wundere mich. Schon wieder dieser matschige Videolook. Schon wieder die Cinealta. Was soll das denn? Was bei Miami Vice noch als stilistisches Bekenntnis zu einer Epoche (der 1980er) durchging versaut die Stimmung des Films komplett. Die Handlung spielt zur Zeit der großen Depression. Einer Zeit, zu der die meisten Fernseher noch in den Forschungsabteilungen der Rundfunkhersteller standen. Als Liveberichterstattung noch hieß, Zelluloidfilm schnell zu entwickeln und per Kurier zur Wochenschauredaktion zu schicken. UND DANN VIDEOLOOK?! Ich kann nicht glauben, dass das eine bewusste künstlerische Entscheidung war, ich vermute dahinter standen eher ökonomische Überlegungen. Schade, wenn das einen (sichtbaren) Einfluss auf den Stil des Filmes hat. Werde ihn mir natürlich trotzdem ansehen…